Grünfeld spielt in Wiener Salons. Eigene Werke auf Edison Phonograph, Schallplatte und Phonola Notenrolle (1889-1914)

 

Alfred Grünfeld (1852-1924) war vor 100 Jahren einer der berühmtesten Künstlerpersönlichkeiten Wiens und „der“ Salon-Pianist der Wiener High-Society. Seine Konzerte waren musikalische und gesellschaftliche Ereignisse ersten Ranges, seine Kompositionen sind heute vergessen. 

Er war einer der Ersten, der die jeweils aktuellen Aufnahmemedien sofort für sich nutzte: 1889 machte er die ersten Aufnahmen auf Wachsrolle für Edison Phonograph, ab 1899 nahm er Schallplatten auf und ab 1905 spielte er – so wie viele Pianisten seiner Zeit – Notenrollen für Reproduktionsklavier (Welte Mignon) und Kunstpielklavier (Phonola) ein. An der Phonola war Grünfeld besonders interessiert, er widmete dem Instrument seine Ungarische Fantasie und spielte für die Phonola 55 Notenrollen, davon allein 28 mit eigenen Werken ein. Grünfeld verdiente mit den Notenrollen-Einspielungen 11.000 Mark.

Die CD präsentiert einen Querschnitt seines Oeuvres in seiner eigenen Interpretation:

Salonmusik, Virtuose Klaviermusik, darunter Erstveröffentlichungen, einen Walzer aus einer seiner Operetten (den Diner-Walzer aus Der Lebemann) und eine weniger bekannte Strauss-Paraphrase Grünfelds, die Aschenbrödel Konzert-Paraphrase (nach Johann Strauss’ nachgelassenem Ballett).