Phonola 73

Bedeutung

Die Phonola war ein von Ludwig Hupfeld ab 1902 in Leipzig entwickeltes „Klavierspielinstrument“, das zunächst 73 Töne von insgesamt 88 Tönen des Klaviers spielte. In den nächsten 20 Jahren war die Phonola das erfolgreichste mechanische Musikinstrument mit einer unglaublichen Verbreitung und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, denn sie konnte als Klavier und zugleich auch als Abspielgerät für Notenrollen verwendet werden. Bis in die späten 1920er Jahre wurden Tausende von Notenrollen für Phonola produziert; – diese „Klangdokumente der Zeit“ sind heute von großem musikhistorischem Interesse.

Künstlerurteile über Phonola

Edvard Grieg (April 1907): „Die Erfindung der Phonola ist ein Segen für die Klavier spielende Menschheit und es müßte dahin kommen, daß selbst die Künstler sich der Phonola öffentlich bedienten.“
Ferruccio Busoni
 (1908): „Die sogenannten „Künstlerrollen“, welche nicht mechanisch, sondern nach einer direkten Aufnahme des Spieles eines Pianisten gelocht werden, geben den Vortrag desselben in rhythmischer Beziehung genau wieder und es bleibt somit dem Phonolaspieler nur die Aufgabe, auf Nuancierung und Ausdruck hinzuwirken, womit ein sehr annäherndes Bild des Originals erzielt wird.“

Das Abspielen der Notenrolle

Die Notenrolle hat die Funktion eines Tonsteuerungsreglers. Der Phonolaspieler ist aktiv in den Wiedergabeprozeß eingebunden: Er muß, um eine möglichst authentische Wiedergabe der Notenrollen zu erreichen, die darauf vermerkten Anweisungen zu Tempo, Dynamik, Pedal und Lautstärke mittels Knöpfe und Hebel während des Abspielvorgangs ausführen. Gleichzeitig ist der pneumatische Antrieb mittels gleichmäßigem, nicht zu raschem, sensiblem Treten der Fußpedale in Gang zu halten.